Energiegemeinschaften sind ein innovativer, gesetzlich verankerter Weg, Energie gemeinschaftlich zu nutzen. Seit Juli 2021 ermöglicht das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) in Österreich die Gründung von Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften (EEGs). Bei unserer Energiegemeinschaft kommen Haushalte, Gemeinden und Betriebe zusammen – mit dem Ziel, sauberen Strom regional, fair und kostengünstig zu erzeugen und zu teilen. Warum regionale Energie günstiger und fairer ist, erfährst du in einem eigenen Artikel.
Während klassische Energieanbieter Strom zentral produzieren und über weite Strecken transportieren, setzen Energiegemeinschaften auf kurze Wege und direkte Teilhabe. Das heißt: Strom wird dort verbraucht, wo er entsteht. Das senkt Kosten und schont gleichzeitig Umwelt und Netz.
Die Grundidee: Energie betrifft uns alle
Das Konzept ist einfach und wirkungsvoll: Teilnehmer:innen schließen sich zu einer Gemeinschaft zusammen und nutzen, erzeugen, teilen und speichern gemeinsam Strom aus erneuerbaren Energiequellen wie PV-, Wind- und Wasserkraft. So entsteht ein lokaler Kreislauf, der allen zugute kommt.
- Erzeuger:innen: Wer eine Erzeugungsanlage betreibt, zum Beispiel eine PV-Anlage, kann Strom, der nicht selbst benötigt wird, in die Gemeinschaft einspeisen und damit die Nachbarschaft direkt versorgen.
- Verbraucher:innen: Wer keine eigene Anlage hat, bezieht günstig Energie aus der Gemeinschaft und profitiert von 100% regionalem Ökostrom.
- Prosumer:innen: Prosumer:innen (zusammengesetzt aus Produzent:in und Konsument:in) sind gleichzeitig Erzeuger:innen als auch Verbraucher:innen. Sie nutzen einen Teil ihres selbst erzeugten Stroms direkt vor Ort und speisen überschüssige Energie in die Gemeinschaft ein.
Teilnehmer:innen können Strom untereinander teilen – auch über mehrere Standorte hinweg. So kann eigener PV-Strom vom Haus am Land direkt Verwandten in der Stadt zur Verfügung gestellt werden. Gemeinden nutzen dieses Prinzip ebenfalls, zum Beispiel indem Strom vom Dach einer Maschinenhalle für die Versorgung von Schule oder Gemeindeamt verwendet wird. Auch gemeinschaftliche Speicherlösungen werden so möglich: Produzierte Strommengen können zwischengespeichert und zu einem späteren Zeitpunkt genutzt werden.
Das Besondere: Energiegemeinschaften wie unsere im EG Austria Netzwerk sind nicht gewinnorientiert. Der Zweck ist nicht, Profite zu maximieren, sondern faire Vorteile für alle Mitglieder zu schaffen und den Eigenverbrauch an erneuerbarer Energie zu heben, um so unabhängiger zu werden.
Welche Modelle gibt es und wie kann ich mitmachen?
In Österreich gibt es inzwischen mehrere Modelle der gemeinsamen Energienutzung: die drei Gemeinschaftsformen EEG, BEG und GEA sowie – neu ab Oktober 2026 – Peer-to-Peer-Verträge (P2P) und die Eigenversorgungsanlage (EVA). Welches Modell zu wem passt und worin sie sich unterscheiden, erfährst du im Überblick der Modelle EEG, BEG, GEA, P2P & EVA.
Ob und wie du selbst teilnehmen kannst, findest du bei den Voraussetzungen und der Teilnahme.
Energiegemeinschaften und die Energiewende
Energiegemeinschaften sind nicht nur ein Modell, um Stromkosten zu senken, sondern auch ein starker Baustein der dezentralen und fairen Energiewende. Hier nehmen wir die Energieversorgung in die eigenen Hände: fair, regional und klimafreundlich. Sie zeigen, dass Versorgungssicherheit und Klimaschutz Hand in Hand gehen können, wenn Bürger:innen selbst aktiv werden.
- Jede Gemeinschaft spart Kosten.
- Jede Gemeinschaft senkt CO₂ durch optimale Nutzung der Ressourcen und bringt uns den Klimazielen näher.
- Jede Gemeinschaft zeigt: Energieversorgung funktioniert auch sehr gut lokal & dezentral.
- Jede Mitgliedschaft beweist: Die Energiewende gelingt, wenn wir sie gemeinsam gestalten.
